Red Dot Award Product Design 2026: 13 ausgezeichnete Uhren
Der Red Dot Award: Product Design zählt zu den international etablierten Wettbewerben für Produktgestaltung. Im Jahr 2026 verzeichnete der Wettbewerb Einreichungen aus 61 Ländern. Darunter befanden sich auch zahlreiche Uhren, von denen 13 ausgezeichnet wurden.
Über die Vergabe der Red Dot-Auszeichnungen entscheidet ein unabhängiges Gremium aus internationalen Expertinnen und Experten. Es evaluiert die eingereichten Produkte im Detail und zeichnet gezielt Arbeiten aus, die in den Bereichen Gestaltung, Funktion, Gebrauchswert und Innovationsgrad überzeugen.
Die Red Dot Jury
Alle Jurorinnen und Juroren kamen zur Bewertung der eingereichten Projekte und zum direkten Austausch am Hauptsitz der Red Dot GmbH & Co. KG auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zeche Zollverein in Essen zusammen. Neben erfahrenen Jurymitgliedern brachten in diesem Jahr zahlreiche neue Stimmen ihre Perspektiven ein. Sie kamen aus China, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Litauen, Österreich und den USA. Damit wuchs die Jury auf Vertreterinnen und Vertreter aus insgesamt 19 Ländern auf vier Kontinenten.

Red Dot – 10 ausgezeichnete Uhren
Der Red Dot steht für hohe Designqualität und wird an Produkte verliehen, die in zentralen Bewertungsdimensionen überzeugen.
Citizen Promaster Eco-Drive Professional Diver 300m
Für den professionellen Taucheinsatz entwickelt, kombiniert die Uhr eine Heliumauslassventil-Konstruktion mit 30 bar Wasserdichtigkeit. Ein lichtbetriebenes Werk ermöglicht eine Laufzeit von bis zu 365 Tagen. Die Gehäuseform ohne ausgeprägte Bandanstöße verringert das Gewicht und verbessert Tragekomfort sowie Stoßfestigkeit. Eine griffige Lünette mit präziser Rändelung unterstützt die Bedienung mit Handschuhen, während das Glas vor direktem Kontakt geschützt ist. Leuchtstarke Zeiger und Indizes gewährleisten Ablesbarkeit unter extremen Bedingungen.



Begründung der Jury: Die funktional präzise Konstruktion mit kompakter Bauweise, guter Bedienbarkeit und hoher Ablesbarkeit verleiht dieser Tauchuhr eine robuste Qualität.
Grand Seiko Sport Collection Tokyo Lion Tentagraph SLGC009
Die Sportuhr kombiniert das mechanische Chronografenkaliber Tentagraph mit einer Frequenz von zehn Halbschwingungen pro Sekunde und dreitägiger Gangreserve mit einer auf Langlebigkeit ausgerichteten Konstruktion. Ein Gehäuse aus hochfestem Titan verbindet geringes Gewicht mit erhöhter Kratzfestigkeit, während die facettierte Form und eine gewölbte Rückseite eine ausgewogene Ergonomie unterstützen. Schalenförmige Totalisatoren, differenzierte Zeiger und ausgeprägte Indizes verbessern die Ablesbarkeit. Gehäuse und Werk sind auf Demontage, Aufarbeitung und nachhaltige Nutzung ausgelegt.



Begründung der Jury: Die Verbindung von hochfrequenter Mechanik, präziser Ablesbarkeit und langlebiger Konstruktion verleiht dieser Uhr eine eigenständige Qualität.
Hublot Big Bang 20th Anniversary King Gold Ceramic
Big „Bang 20th Anniversary King Gold Ceramic“ bezieht sich formal auf das 2005 erschienene gleichnamige Modell und wurde in Details optimiert. Die Uhr verfügt über ein 43-Millimeter-Gehäuse mit geschwungenen Bandanstößen sowie einer polierten Lünette mit markanter Rändelung. Das strukturierte Kautschukarmband lässt sich dank OneClick-System leicht austauschen. Ein neu gestaltetes Zifferblatt mit raffiniertem 3D-Karbonmuster bietet gute Lesbarkeit der arabischen Ziffern und Stundenmarkierungen. Rote Chronografenakzente runden das Erscheinungsbild ab.



Begründung der Jury: „Big Bang 20th Anniversary King Gold Ceramic“ ist eine gelungene Neuinterpretation, die in einer eleganten Fusion von Gold und Keramik präzise Uhrmacherkunst verkörpert.
Hublot Chief Product Officer Sadry Keiser: „Das Design bei Hublot beginnt mit einer Haltung: hinterfragen, verfeinern, neu erfinden. Die ‚Big Bang 20th Anniversary King Gold Ceramic‘ spiegelt zwei Jahrzehnte dieser Disziplin wider, in denen jedes Material, jede Linie und jedes Uhrwerk einem bestimmten Zweck dient. Diese Anerkennung gebührt den Teams, die diese Vision vorantreiben, sowie einer Kollektion, die sich stetig weiterentwickelt, ohne jemals ihre Identität zu verlieren. Sie markiert zudem einen neuen Schritt auf dem Weg in das nächste Kapitel der Big Bang Original Unico: noch stärker integriert, architektonischer und auf das Wesentliche konzentriert. Die Handschrift einer der ikonischen Kollektionen des 21. Jahrhunderts.“
MeisterSinger Panthero Jumping Hour
Die „Panthero Jumping Hour“ überführt das Einzeigerprinzip in eine neu entwickelte Ablesearchitektur mit springender Stundenanzeige in einem dezentralen Fenster und mit ebenfalls dezentral geführtem Minutenzeiger. Die veränderte Geometrie strukturiert das Zifferblatt in differenzierte Ebenen und erzeugt Tiefe. Ein bewegtes Element visualisiert den Sekundenverlauf als eigenständigen, nicht messenden Impuls. Ein 40-mm-Gehäuse mit Ausfräsungen, verschiedenen Oberflächen und schmaler Lünette rückt das Zifferblatt in den Fokus.



Begründung der Jury: Die Interpretation des Einzeigerprinzips als vielschichtige Ablesearchitektur und das bewegte, nicht messende Element prägen eine eigenständige Form der Zeitdarstellung.
Mudita Radiant
Die Automatikuhr „Mudita Radiant“ folgt einer reduzierten Gestaltung mit klarer, auf unmittelbare Ablesbarkeit ausgerichteter Anzeige. Eine eigens entwickelte Typografie, großzügige Indizes, leuchtbeschichtete Zeiger und entspiegeltes Saphirglas strukturieren das Zifferblatt und sichern das Ablesen bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Ein Gehäuse aus gebürstetem Edelstahl verbindet Robustheit mit dezenter Erscheinung. Angetrieben von einem mechanischen Werk, ist die Uhr auf langlebige Nutzung ausgelegt und in diversen Größen und Farben verfügbar.



Begründung der Jury: Die konsequente Reduktion auf Ablesbarkeit, Material und Funktion verleiht der „Mudita Radiant“ ein klares, ruhiges Erscheinungsbild.
Porsche Design Chronograph 1 – 1975 Limited Edition
Die „Chronograph 1 – 1975 Limited Edition“ knüpft an die unbeschichtete Modellreihe des ersten „Chronograph 1“ an. Gehäuse und Armband aus glasperlgestrahltem Titan mit mattem Finish verleihen der handgefertigten Uhr eine ebenso elegante wie funktionale Anmutung und hohe Robustheit. Ein mattschwarzes Zifferblatt mit historischem Porsche-Design-Logo, mit Superluminova beschichtete Zeiger und Indizes, ein COSC-zertifiziertes Werk mit Flyback-Funktion sowie entspiegeltes Saphirglas unterstreichen den technischen Anspruch dieser auf 350 Stück limitierten Edition.



Begründung der Jury: Diese Sonderedition zeichnet sich durch formale Klarheit, hohe Ablesbarkeit und eine funktional geprägte, hochwertige Materialwahl aus.
Qlocktwo W Series
Die Armbanduhr „Qlocktwo W“ stellt die Zeit als ausgeschriebene Worte in einer typografischen Matrix dar. Die Anzeige wird durch eine natürliche Handgelenkbewegung aktiviert und passt ihre Helligkeit über einen integrierten Lichtsensor automatisch an. Die Zeiteinstellung erfolgt kontaktlos über optische Signale der Flashsetter-App, wodurch mechanische Bedienelemente entfallen und die formale Klarheit erhalten bleibt. Ein aus einem Aluminiumblock gefräster Ladeadapter greift die Gestaltung der Uhr auf.



Begründung der Jury: „Qlocktwo W“ beeindruckt durch die auf intuitive Nutzung ausgerichtete Verbindung von sprachbasierter Anzeige und reduzierter Interaktion über Bewegung und Licht.
Seiko Prospex Marinemaster Professional SLA081
Die Taucheruhr „SLA081“ ist für den Sättigungstauchgang ausgelegt und erreicht hohe Dichtigkeit ohne Heliumventil durch eine innovative Gehäusekonstruktion. Diese ermöglicht eine kompaktere Bauform und verbessert den Tragekomfort. Das Zifferblatt basiert auf einer verstärkten transparenten Schicht, die eine ausgeprägte räumliche Wirkung erzeugt. Präzise abgestimmte Materialien und das Polieren unterschiedlich harter Komponenten führen zu einer geschlossenen, verzerrungsfreien Oberfläche für hohe Ablesbarkeit unter anspruchsvollen Bedingungen.



Begründung der Jury: Die SLA081 besticht durch ihre kompakte Konstruktion sowie ein visuell vielschichtiges Zifferblatt, das die Präzision von Material und Verarbeitung sichtbar macht.
SINN 613 St UTC
Eine fortschrittliche Ar-Trockenhaltetechnik sorgt bei der Taucheruhr „613 St UTC“ für eine erhöhte Funktions- und Beschlagsicherheit. Ihr Magnetfeldschutz bis 100 mT (= 80.000 A/m) bietet effektiven Schutz vor Aufmagnetisierung, die die Ganggenauigkeit beeinträchtigen könnte. Zum Nutzerkomfort zählen eine 60-Minuten-Stoppanzeige, die durch ein weißes Hilfszifferblatt bei 6 Uhr hervorgehoben ist. Ein Drehring ermöglicht überdies die exakte Überwachung der Tauchzeiten. Eine zweite Zeitzone im 24-Stunden-Format ist für mobile Anwender von Vorteil.



Begründung der Jury: Die robuste Taucheruhr „613 St UTC“ überzeugt mit innovativer Technologie als präzises Instrument für anspruchsvolle Einsatzbedingungen.
Xiaomi Watch 5
Die „Xiaomi Watch 5“ ist eine modern-minimalistisch gestaltete Smartwatch mit geschmiedetem 316L-Edelstahl-Gehäuse, veredelt durch präzise CNC-Bearbeitung. Wechselnde gebürstete und polierte linienförmige Oberflächen prägen den Mittelrahmen der ausgewogen proportionierten Uhr. Saphirglas schützt das großzügige Display. Neben den mitgelieferten Fluorkautschuk- und Lederarmbändern ist ein 3D-gedrucktes Titanarmband verfügbar, die Armbänder sind leicht zu wechseln.



Begründung der Jury: Die „Xiaomi Watch 5“ ist dank ihrer praxisnahen Ausstattung ein idealer Begleiter im Alltag und begeistert mit ihrem minimalistischen Erscheinungsbild und ihrer hochwertigen Verarbeitung.
Red Dot Best of the Best – tickendes Preisträger-Trio
Der Red Dot Best of the Best ist die höchste Auszeichnung im Wettbewerb und würdigt wegweisende Gestaltung innerhalb einer Kategorie.
Grand Seiko Evolution 9 Collection U.F.A. SLGB003
Zwischen Licht und Schatten liegen in der japanischen Ästhetik unzählige feine Abstufungen. Dem Schatten wird dabei eine mindestens ebenso große Bedeutung beigemessen wie dem Licht selbst – entscheidend ist die Harmonie ihres Zusammenspiels. Dieses Verständnis prägt auch die Gestaltung von Grand Seiko. Das Nebeneinander verzerrungsfreier Spiegeloberflächen der Zaratsu-Politur und fein gebürsteter Partien erzeugt ein „meisterhaftes Wechselspiel aus Licht und Schatten“.



Begründung der Jury: So entsteht jener „lebendige, sich fortwährend wandelnde Effekt“. Das Zifferblatt zeichnet sich ebenfalls durch eine aufwendig ausgearbeitete, vielschichtige Struktur aus. Inspiriert von den winterlichen Wäldern rund um Shiojiri, wo die Uhren gefertigt werden, erzeugen zarte Blaunuancen mit filigranen Oberflächen eine „beeindruckende subtile, an eisbedeckte Bäume erinnernde Veredelung“. In dieser Verbindung aus „höchster Präzision, handwerklicher Sorgfalt und einer tief in der japanischen Natur verwurzelten Ästhetik“ liegt für die Jury der unverwechselbare Charakter der „Evolution 9 Collection U.F.A. SLGB003“.
Grand-Seiko-Designer kira Yoshida: „Wir strebten ein Design an, das den Wert außergewöhnlicher Präzision vermittelt – nicht nur durch das Uhrwerk, sondern auch durch die äußere Erscheinung. Um dies zu erreichen, war die angestrebte kompakte Bauweise ein naheliegender Ansatz. Durch die Verfeinerung der Bearbeitungs- und Oberflächenpräzision jeder einzelnen Komponente ist es uns gelungen, das Gehäuse sowohl zu verkleinern als auch flacher zu gestalten, ohne dabei die hochwertige Haptik und Funktionalität einzubüßen.“
Nomos Glashütte Club Sport neomatik Worldtimer silver
International vernetzt zu sein und zwischen Zeitzonen zu wechseln, gehört heute zum Alltag vieler junger Menschen. Für diese Zielgruppe konzipiert, bringt Nomos Glashütte globale Mobilität mit der sportlich-eleganten „Club Sport neomatik Worldtimer silver“ ans Handgelenk. In bester Bauhaus-Tradition verbindet sich hier präzise Klarheit mit hoher Handwerkskunst, und die bemerkenswert geringe Höhe der Uhr von nur 9,9 Millimeter.



Begründung der Jury: Die außergewöhnlich flache Ausführung der Weltzeituhr Club Sport neomatik Worldtimer silver ist erstaunlich – in dieser Kategorie nahezu einzigartig. Das macht sie in Kombination mit den komplexen Funktionen nicht nur technisch beeindruckend, sondern auch im Alltag besonders angenehm tragbar.
Nomos-Designer Michael Paul: „Eine Weltzeitkomplikation hat echten Nutzen. Unser Ziel war eine Uhr, die diese Funktion klar ablesbar macht und dabei ‚Club Sport‘ bleibt: gut proportioniert, robust, sportlich und alltagstauglich“, sagt.
Ressence Type 3 Marc Newson
Inspiriert von Marc Newsons frühen Ikepod-Uhren, basiert das Modell auf der technischen Plattform der „Type 3“, dem Ressence Orbital Convex System (ROCS). Mit elliptischer Silhouette verfügt die Uhr über ein gewölbtes Saphirglas und Anzeigescheiben, die als vier zweiachsige Satelliten in einer ölgefüllten Kammer zu schweben scheinen. Dieses innovative obere Gehäuse unterstreicht eindrucksvoll die Klarheit des Zifferblattes, und es scheint, als würde die Zeit direkt auf das Glas projiziert.



Begründung der Jury: Es ist eine symbiotische Kombination: Bei dieser Uhr vereinen sich die Designphilosophien von Marc Newson und Benoît Mintiens zu einem Entwurf, der außergewöhnliche gestalterische und funktionale Qualitäten verbindet.
Ressence-Gründer Benoît Mintiens: „Ich denke, was die Jury überzeugt hat, ist, dass eins plus eins drei ergibt. Eine sehr starke Designsprache traf auf ein sehr einzigartiges technisches System, und aus diesem Treffen entstand ein Ergebnis, das keiner von uns alleine hätte erreichen können.“
Der Red Dot Design Award – 70 Jahre Designgeschichte
Im Jahr 2026 blickt Red Dot auf mehr als 70 Jahre Designgeschichte zurück. Die Ursprünge reichen bis ins Jahr 1954 zurück, als der „Verein Industrieform“ in Essen gegründet wurde – mit dem Ziel, die Gestaltung von Konsumgütern zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte nach dem Zweiten Weltkrieg zu stärken. Bereits 1955 folgte die erste Ausstellung mit begleitendem Wettbewerb, aus dem sich im Laufe der Jahre ein internationales Format entwickelte.
In den folgenden Jahrzehnten wurde das Profil des Wettbewerbs kontinuierlich geschärft. Mit der Umbenennung in „Design Zentrum Nordrhein Westfalen“ Ende der 1980er-Jahre und der Einführung eines eigenen Qualitätssiegels rückte Design zunehmend als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor in den Fokus.
Einen entscheidenden Impuls für die Internationalisierung setzte Peter Zec, der 1991 die Leitung übernahm. Kurz darauf wurde der „Red Dot“ als Qualitätssymbol eingeführt und entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem international anerkannten Zeichen für Designqualität.





