Gellner geht an Dettinger Schmuck – Jörg Gellner bleibt Creative Director
Nach drei Jahrzehnten an der Spitze verkauft Jörg Gellner die Gellner GmbH an die Dettinger Schmuck GmbH. Die unternehmerische Verantwortung für die auf Perlenschmuck spezialisierte Marke übernimmt damit Falk Dettinger.
Gellner bleibt als eigenständige Marke bestehen. Die Manufaktur in Wiernsheim wird fortgeführt, das bisherige Team bleibt an Bord.
Falk Dettinger übernimmt
Mit Gellner erweitert Dettinger Schmuck sein Portfolio um eine weitere etablierte deutsche Schmuckmarke. Das familiengeführte Pforzheimer Unternehmen ist bereits in den vergangenen Jahren durch Zukäufe gewachsen: 2012 kam A. Odenwald hinzu, 2015 Clioro, 2024 Leicht Chaton.
Falk Dettinger ist seit 2006 im Familienunternehmen tätig und übernimmt nun auch bei Gellner die unternehmerische Verantwortung.
Über den Kaufpreis und weitere wirtschaftliche Details wurden keine Angaben gemacht. Nach Angaben von Gellner schloss die Manufaktur das vergangene Geschäftsjahr mit einem Wachstum von knapp zehn Prozent ab. Der Eigentümerwechsel soll die langfristige Fortführung der Marke sichern.
Jörg Gellner bleibt Creative Director

Jörg Gellner zieht sich mit dem Verkauf nicht vollständig zurück. Er bleibt als Creative Director verantwortlich für Design, Produktentwicklung und den internationalen Einkauf der Perlen.
Auch Nicole Lutz bleibt Geschäftsführerin und wird künftig mit Falk Dettinger zusammenarbeiten.
Damit sind die Aufgaben künftig klar verteilt: Dettinger übernimmt die wirtschaftliche Verantwortung, Jörg Gellner bleibt für die kreative Entwicklung und die Auswahl der Perlen zuständig.
Kurz getroffen in Vicenza
INSIGHT-LUXURY traf Jörg Gellner und Falk Dettinger kurz auf der Vicenzaoro. Die Stimmung war positiv, die Einigkeit über den eingeschlagenen Weg deutlich spürbar. Wie sich Gellner innerhalb der Dettinger Schmuck künftig weiterentwickeln wird und welche gemeinsamen Strukturen oder Strategien daraus entstehen könnten, ist allerdings noch offen.
Mehr wollten oder konnten beide zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.
Von der kleinen Perlenkollektion zur Manufaktur
Die Geschichte von Gellner beginnt 1967. Heinz und Tove Gellner gründeten das Unternehmen zunächst mit einer kleinen Zuchtperlenkollektion. Um 1972 begann Gellner mit der eigenen Fertigung; zu den frühen Entwicklungen gehörte auch die Varioperlschließe. Die Perle wurde früh zum Schwerpunkt des Hauses. Heinz Gellner baute direkte Beziehungen zu Perlenzüchtern in Japan und später in der Südsee auf und etablierte damit die besondere Nähe zur Herkunft der Perlen, die die Marke bis heute prägt.
1997 übernahm Jörg Gellner die Geschäftsleitung in zweiter Generation. Unter seiner Führung wurde die Marke moderner und designorientierter ausgerichtet. „The Spirit of Pearls“ wurde zum Leitmotiv für die weitere Entwicklung der Kollektionen.
Perlenkompetenz als Kern der Marke
Unter Jörg Gellner wurden auch die internationalen Beziehungen zu führenden Perlenzüchtern weiter ausgebaut. Eine besonders enge Partnerschaft entstand mit Robert Wan, einem der bekanntesten Produzenten von Tahitiperlen. Dadurch erhielt Gellner Zugang zu außergewöhnlichen Zuchtperlen und Raritäten, darunter Perlen aus dem privaten Atoll Marutea Sud.
Diese Nähe zum Ursprung der Perlen gehört bis heute zur Identität der Marke. In der Manufaktur in Wiernsheim arbeiten nach Unternehmensangaben rund 20 Goldschmiede. Dort entstehen die Kollektionen von der Entwicklung bis zur handwerklichen Fertigung.
Eigentümerwechsel mit klarer Linie
Für Gellner markiert die Übernahme damit mehr als einen reinen Eigentümerwechsel. Nach fast sechs Jahrzehnten Unternehmensgeschichte geht die wirtschaftliche Verantwortung erstmals außerhalb der Gründerfamilie über, während Jörg Gellner die kreative Handschrift der Marke weiter prägt.
Ob sich daraus künftig gemeinsame Vertriebs-, Produktions- oder Markenstrategien innerhalb der Dettinger-Gruppe ergeben, ist bislang offen.
Fest steht zunächst: Gellner bleibt eigenständig, die Manufaktur bleibt in Wiernsheim und die Perlenkompetenz, die das Haus seit 1967 prägt, soll erhalten bleiben.







