House of Wunder: Eine neue Marke zwischen Uhren und Schmuck
Mit House of Wunder startet Michael Wunderman eine Marke, die sich bewusst nicht eindeutig als Uhren- oder Schmuckhaus positioniert. Die Amplifier Watch und die begleitende Schmuckkollektion folgen derselben Formensprache. Hinter dem Projekt steht zugleich eine Familiengeschichte, die eng mit Gucci Timepieces und Corum verbunden ist.

Der Markt für Luxusmarken ist dicht besetzt, weshalb die Etablierung eines eigenständigen Profils von Beginn an im Fokus stehen muss. Das von Michael Wunderman gegründete Label House of Wunder lässt dies klar erkennen und verknüpft in seinem Ansatz Uhrmacherei, Schmuckgestaltung und skulpturales Design. Die Unternehmensstruktur teilt sich in einen kreativen Hauptsitz in Palma de Mallorca und eine Schweizer Produktion, um gestalterische Unabhängigkeit mit traditioneller Uhrmacherkompetenz zu verbinden.
Die Uhr als Ausgangspunkt eines Designsystems
Im Mittelpunkt der ersten Kollektion steht die Amplifier Watch. Ihre Gestaltung beruht weniger auf klassischen Uhrencodes als auf einem Zusammenspiel aus Geometrie, Material und Wiederholung. Das kantig aufgebaute Gehäuse geht nahezu ohne optischen Bruch in das sogenannte Void-Gliederarmband über.
Damit wird die Uhr nicht als isoliertes Objekt behandelt. Gehäuse, Armband und später auch die Schmuckstücke sind Teile eines zusammenhängenden Designsystems. Der Ansatz erinnert eher an Produkt- und Architekturdesign als an die traditionelle Trennung zwischen Uhr und Accessoire.


Edelstein statt konventionellem Zifferblatt
Ein prägendes Detail der Amplifier Watch ist das Zifferblatt aus naturbelassenem Edelstein. Maserung, Struktur und Farbverlauf fallen bei jedem Stein anders aus – und machen damit auch jede Uhr ein Stück weit zum Einzelstück. Die Individualität entsteht hier nicht durch Personalisierung, sondern direkt aus dem Material.
Auch konstruktiv betreibt House of Wunder einigen Aufwand. Bis zu 492 Einzelteile kommen in einer Uhr zusammen, ein großer Teil davon entfällt auf Armband und Uhrwerk. Die Zahl zeigt aber, wie aufwendig insbesondere das Gehäuse- und Bandkonzept gedacht ist. Das Gliederband ist deshalb nicht nur Befestigung, sondern ein wesentlicher Teil des Designs.

Eine Familiengeschichte mit Gucci und Corum
Dass Wunderman eine neue Uhrenmarke gründet, kommt nicht aus dem Nichts. Sein Vater Severin Wunderman gehörte zu den prägenden Unternehmern der internationalen Uhrenbranche. Er baute Gucci Timepieces auf und übernahm im Jahr 2000 die Schweizer Marke Corum.
Michael Wunderman arbeitete ebenfalls für Corum, unter anderem als Marketing Director. Er kennt damit sowohl die industrielle als auch die kommunikative Seite des Uhrengeschäfts. Nach dem Tod seines Vaters verlagerte er seinen Schwerpunkt zunächst auf Film, Architektur und Design. House of Wunder führt diese Erfahrungen nun wieder mit der Uhrmacherei zusammen.
Schmuck und Uhr sprechen dieselbe Sprache
Die Schmuckkollektion ist deshalb keine beiläufige Ergänzung zur Uhr. Ketten, Ohrringe und Armbänder greifen deren konstruktive Elemente auf. Wiederkehrende Glieder, sichtbare Schraubendetails und der Wechsel zwischen massiven und offenen Flächen schaffen die gestalterische Verbindung.
Verarbeitet werden unter anderem Gelbgold und Sterlingsilber. Besonders deutlich wird der Ansatz beim Wunderflow-Armband: Es übernimmt die Idee beweglicher, technisch wirkender Glieder, übersetzt sie aber in ein eigenständiges Schmuckstück.

Positionierung in einem anspruchsvollen Markt
House of Wunder setzt auf eine klare visuelle Idee: Uhr und Schmuck werden nicht nur unter einer Marke zusammengeführt, sondern gestalterisch und konstruktiv miteinander verbunden.
Gerade darin liegt der Reiz des Entwurfs. Gehäuse und Band sind als Einheit gedacht und geben der Kollektion ihren eigenständigen Charakter.






