Luca de Meo, CEO der Gucci-Mutter Kering, spricht von einer Rückwärtsorientierung der Luxusgüterbranche

Vor vier Monaten hat der vorherige Renault-Chef Luca de Meo seinen CEO-Posten bei dem Luxusgüterunternehmen Kering angetreten. Dieses leidet seit geraumer Zeit unter der schwächelnden Nachfrage nach seiner Hauptmarke Gucci. Und er scheint gewillt, die Strategie grundsätzlich zu überdenken.

Nach dem Verkauf der Beauty-Sparte an L’Oréal im Oktober vergangenen Jahres und der angekündigten, schrittweisen Übernahme des italienischen Schmuckherstellers Raselli Franco Group, zog de Meo nun auf dem Kering Innovation Day am 22. Januar einen Vergleich zwischen der Automobil- und der Luxusgüterindustrie.

„Ich komme aus einer Branche, in der bis zu zehn Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert werden. Innovation ist dort ein zentraler Treiber“, sagte er in seiner Rede vor Führungskräften der Kering-Marken und Vertretern von Technologieunternehmen. „Ich wechsle jetzt in eine Branche, in der Innovation zumindest theoretisch weniger im Vordergrund steht. Im Luxussektor fließt vermutlich rund ein Prozent des Umsatzes in diesen Bereich. Das zeigt: Es gibt erhebliches Potenzial. Die Frage ist, wo und wie man ansetzt. Und genau darin liegen die Herausforderungen“, führte er weiter aus.

Luca de Meo will „natürliche Rückwärtsbewegung“ um den Blick nach vorne ergänzen

„Als Neuling in der Luxusindustrie habe ich den Eindruck, dass sich viele Unternehmen – und das ist grundsätzlich richtig – sehr stark auf ihr Erbe und ihre Geschichte konzentrieren“, so de Meo, der dies grundsätzlich für richtig hält, da so Marken und Produkte emotional aufgeladen werden.

Andererseits würden sich Märkte und Konsumenten verändern. So sei es letztere mittlerweile gewöhnt, dass ein Artikel innerhalb kürzester Zeit geliefert werde. Das mache es schwer, nachzuvollziehen, weshalb Luxusmarken dafür Monate bräuchten.

Sein Ziel ist es daher, „diese natürliche Rückwärtsorientierung der Branche um einen konsequenten Blick nach vorn zu ergänzen. Historisch war Luxus immer ein Raum für Innovation, weil es dort Spielräume gab. In Branchen mit extrem niedrigen Margen fehlen diese. Hier sind sie vorhanden.“

kering.com

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