INSIGHT-RADAR: Kurznachrichten aus der Uhrenbranche
Eine Odyssee, von den Bergen an die Nordsee, virtuelle Welten und Schweizer Kurzarbeit – Insight-Radar bündelt die wichtigsten Kurzmeldungen aus der internationalen Uhrenbranche.
Diesmal im Fokus von Insight-Radar: Hamilton setzt die Zusammenarbeit mit Christopher Nolan fort, Longines bringt maritimes Flair nach Sylt, G-Shock erschließt Roblox als digitale Markenwelt und die Schweizer Uhrenindustrie erhält durch die Verlängerung der Kurzarbeit zusätzliche Planungssicherheit.
Hamilton und die Odyssee
Hamilton pflegt seit Jahren eine enge Beziehung zur Welt des Films. Die Swatch-Group-Marke integriert ihre Uhren auf drei Arten in das Storytelling: durch die Platzierung bestehender Modelle auf der Leinwand, die Entwicklung maßgeschneiderter Designs für Filmproduktionen sowie die Kreation von Zeitmessern, die von Filmen und ihren Welten inspiriert sind.

Nach früheren Kooperationen zu „Interstellar“ (2014), „Tenet“ (2020) und „Oppenheimer“ (2023) arbeiten Hamilton und der britisch-amerikanische Filmregisseur Christopher Nolan erneut zusammen. Die von Nolans neuem mythischen Action-Epos „Die Odyssee“ von Universal Pictures inspirierte Bronzeuhr wird zwar nicht im Film getragen – schließlich spielt dieser in einer Zeit weit vor der mechanischen Zeitmesseung – entstand jedoch in enger Zusammenarbeit mit Nolan.

Das Ergebnis ist die auf 2.112 Exemplare limitierte „Khaki Field Auto The Odyssey“, deren Gestaltung von den Symbolen, Materialien und der Mythologie der epischen Erzählung geprägt ist – allen voran von Helm und Schwert des Helden Odysseus. Der 42-Millimeter-Zeitmesser wird vom Automatikwerk H-10 mit 80 Stunden Gangreserve angetrieben und ist bis 10 Bar wasserdicht. Die Uhr wird mit einer Nachbildung der Anstecknadel der Göttin Athene geliefert. Diese wird Odysseus im Film von seiner Frau Penelope geschenkt und von ihm als Talisman getragen. (UVP: 1.375 €) hamiltonwatch.com
Von den Schweizer Bergen an die Nordsee: Longines auf Sylt
Die Präsenz von Longines im sommerlichen Kampen hat inzwischen Tradition. Bereits zum fünften Mal zieht es den Schweizer Uhrenhersteller auf die Insel Sylt. Sylt verbindet eine raue Nordsee-Natur mit exklusivem Inselflair. Endlose Strände, weitläufige Dünen, das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer und charmante Inseldörfer prägen das Bild der beliebten Ferieninsel. Das ist das passende Ambiente für eine Marke wie Longines, die funktionale Technik mit stilvoller Eleganz verbindet.

Vom 15. Juli bis zum 15. August 2026 reiht sich Longines in Kampen in das bunte Treiben der Insel ein. Im Rahmen einer Pop-up-Installation können Besucherinnen und Besucher nicht nur die neue „HydroConquest Sylt Edition“ in Augenschein nehmen, sondern sich auch persönlich beraten lassen und in entspannter Atmosphäre in die Welt von Longines eintauchen. longines.com

Gehäuse: Edelstahl, 39 bzw. 42 mm Durchmesser, 11,7 mm Höhe, einseitig drehbare Keramiklünette, wasserdicht bis 30 bar
Uhrwerk: Kaliber L888.5, Automatik, 72 Stunden Gangreserve
Funktionen: Stunden, Minuten, zentrale Sekunde, Datum
Armband: Edelstahl mit Faltschließe und Mikroverstellsystem
Besonderheit: Limitiert auf 300 Exemplare, ausschließlich in Deutschland erhältlich, Sylt-Motiv auf dem Gehäuseboden
UVP: 2.300 €
G-Shock macht die Markenwelt auf Roblox erlebbar
G-Shock bietet im Rahmen des Projekts „Virtual G-Shock“ Inhalte auf der immersiven Gaming- und Kreativplattform Roblox an. Dazu gehören virtuelle G-Shock-Modelle sowie eine virtuelle Welt, in der Nutzer die Markenwelt von Casio erleben können. Das 2023 gestartete Projekt erkundet neue Möglichkeiten für G-Shock durch Non-Fungible Tokens (NFTs), das Metaverse und andere digitale Erlebnisse. Im Rahmen des Projekts werden neue Inhalte geschaffen und eine Nutzer-Community aufgebaut.

Nun bietet G-Shock außerdem Avatar-Gegenstände in Form von zwölf virtuellen Uhren an. Diese sind auf der Plattform Roblox verfügbar, die weltweit mehr als 150 Millionen täglich aktive Nutzer (DAUs) zählt und besonders bei einem jüngeren Publikum beliebt ist.
Gleichzeitig startet „Challenge the Skate Obby: G-Shock“. Hier können Spieler in die Markenwelt eintauchen und sich in einem Skateboard-Hindernisparcours (einem sogenannten „Obby“) messen. Beim Tragen einer der virtuellen Uhren im Spiel werden Spezialeffekte ausgelöst.
Schweizer Uhrenindustrie setzt weiter auf Kurzarbeit
Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, die maximale Bezugsdauer für die Kurzarbeitsentschädigung (KAE) zum dritten Mal zu verlängern. Sie bleibt bis zum 31. Januar 2027 bei 24 statt 12 Monaten.
Der Arbeitgeberverband der Schweizerischen Uhrenindustrie (CP) begrüßt diesen Entscheid, der ein aktuelles Anliegen der Uhren- und Mikrotechnikbranche aufgreift. Bereits im März hatte der Verband diese Verlängerung im Rahmen eines gemeinsamen Vorgehens mit der Gewerkschaft Unia bei Bundesrat Guy Parmelin beantragt.
„Dieses Gesuch machte die Herausforderungen deutlich, mit denen ein Teil der Unternehmen der Branche in einem komplexen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld konfrontiert ist – verstärkt durch den anhaltend starken Franken“, teilt der CP mit. „In diesem Zusammenhang bleibt die Kurzarbeitsentschädigung ein temporäres, aber wesentliches Instrument. Sie ermöglicht es Unternehmen, auf Auftragsrückgänge zu reagieren und gleichzeitig ihre Erholungsfähigkeit sowie die spezialisierten Kompetenzen und das Know-how zu bewahren, die die Stärke der Branche ausmachen. Dieser Entscheid bietet den betroffenen Unternehmen eine willkommene Planungssicherheit. Er trägt dazu bei, Arbeitsplätze zu sichern, Kompetenzen zu erhalten und die industrielle Leistungsfähigkeit eines für die Schweizer Wirtschaft zentralen Sektors zu stützen.“
Seit dem Ende des Post-Covid-Nachholkonsums stützt die Kurzarbeitsentschädigung die Schweizer Uhrenindustrie, die mit der sinkenden Nachfrage in China, steigenden Zinsen und einem starken Franken zu kämpfen hat.
Rund ein Viertel der Schweizer Uhrenhersteller nutzt die Kurzarbeit aktuell, und seit Mitte 2024 haben bereits rund 43 Prozent aller Unternehmen der Branche zeitweise auf dieses Instrument zurückgegriffen. Sie gilt als entscheidender Grund dafür, dass die Beschäftigung trotz der anhaltenden Absatzkrise bislang vergleichsweise stabil geblieben ist.
Ende vergangenen Jahres meldete der CP, dass der Sektor erstmals seit der Covid-Krise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 835 Arbeitsplätze (-1,3 %) verloren habe. „Dieser moderate Rückgang ist ein Zeichen für die Bemühungen der Unternehmen, in einem anspruchsvollen Umfeld Arbeitsplätze zu bewahren. Durch den umfassenden Rückgriff auf Kurzarbeit und deren Verlängerung konnte das Ausmaß dieser Entwicklung begrenzt und die Produktionskapazität aufrechterhalten werden.“






