INSIGHT-RADAR: Kurznachrichten aus der Uhrenbranche
Geschäftszahlen, Auszeichnungen und Auktionshighlights: Der INSIGHT-RADAR bündelt die wichtigsten Kurzmeldungen aus der internationalen Uhrenbranche – kompakt, aktuell und auf den Punkt gebracht.
In diesem INSIGHT-RADAR im Fokus: die Morellato Group, die Christ Group, die Alexander Awards und das Auktionshaus Phillips in Association with Bacs & Russo.
Morellato-Gruppe – Geschäftsjahr 2025/26
Die Morellato-Gruppe schloss das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem konsolidierten Umsatz von 750 Millionen Euro ab. Das entspricht einem Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Segment „Edelschmuck“, auf das 75 Prozent des Umsatzes entfallen, ist die treibende Kraft hinter dem Wachstum des italienischen Schmuck- und Uhrenunternehmens, das weltweit 665 eigene Stores betreibt und 4.800 Mitarbeiter beschäftigt.
„Morellato versteht den europäischen Verbraucher besser als jeder andere in der Schmuck- und Uhrenbranche“, erklärt Massimo Carraro, Präsident der Morellato-Gruppe, das gute Ergebnis. „Dieses tiefgreifende Verständnis, das wir durch ein Modell der vollständigen Integration aufgebaut haben, ermöglicht es uns, die Wünsche und Erwartungen unserer Kunden zu erfassen. Künstliche Intelligenz, die wir bereits einsetzen, ohne Arbeitsplätze abzubauen, sondern vielmehr die Kompetenzen unserer Mitarbeiter zu nutzen, stellt einen weiteren Schritt in diese Richtung dar: ein Instrument, um Wissen in immer relevantere Erlebnisse umzuwandeln, unsere Marken zu stärken und schnell auf die Bedürfnisse derjenigen einzugehen, die sich jeden Tag für uns entscheiden.“ morellatogroup.com
Christ setzt Wachstumskurs fort
Christ Juweliere und Uhrmacher seit 1863, seit 2023 Teil der Morellato-Gruppe, konnte im Geschäftsjahr 2025/2026 den Umsatz um zwei Prozent auf rund 367 Millionen Euro steigern. Im zurückliegenden Geschäftsjahr eröffnete Christ neue Standorte, modernisierte bestehende Filialen und baute das neue Store-Konzept mit Christ-Diamant-Shop-in-Shop-Flächen aus.
Geschäftsführer und CEO Dr. Gunnar Binder betont: „Kein großer Sprung, aber in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld sind wir damit zufrieden.“

Als zentralen Faktor für das Umsatzwachstum nennt das Unternehmen die enge Verzahnung der stationären und digitalen Vertriebskanäle. Der Umsatzmix aus rund 70 Prozent stationärem Geschäft und 30 Prozent Online-Umsatz ist seit Jahren stabil. Ziel bleibe eine nahtlose Customer Journey, bei der digitaler Service und persönliche Beratung optimal ineinandergreifen.
Immer mehr Bedeutung gewinnen dabei die Eigenmarken, deren Umsatzanteil stationär inzwischen bei über 70 Prozent und online bei über 60 Prozent liegt. Gleichzeitig baute Christ im Jahr 2025 insbesondere das Goldsortiment der Eigenmarke aus und etablierte die Kollektion Christ Silber aus 100 Prozent recyceltem Sterlingsilber weiter. „Damit bedienen wir zwei große Trends: werthaltig, aber preisgünstig und nachhaltig“, betont Dr. Gunnar Binder.
„Wir sehen Christ heute strategisch und operativ sehr gut aufgestellt. Mit unserem starken Omnichannel-Modell, dem Ausbau unserer Eigenmarken und neuen Serviceangeboten blicken wir optimistisch auf das kommende Geschäftsjahr“, resümiert Dr. Gunnar Binder. christ-corporate.com
Alexander Awards verlängern Bewerbungsphase
Aufgrund des großen Interesses an der ersten Ausgabe der Alexander Awards wurde die Einreichungsfrist bis zum 15. September 2026 verlängert. Dies soll den Teilnehmern zusätzliche Zeit geben, ihre Beiträge bis zum neuen Stichtag zu perfektionieren. Das teilt Christian Wipfli mit, Gründer der Time to Watches, der die Alexander Awards ins Leben gerufen hat.
Ausgezeichnet werden herausragende Arbeiten von Marken, Agenturen, Content-Creatorn, Fotografen, Filmemachern, Medienvertretern, Einzelhändlern und Influencern, die der Uhrmacherkunst durch Bilder, Geschichten, Kampagnen und Erlebnisse eine Stimme verleihen.

Die Gewinner werden am 2. Dezember 2026 in Genf bekannt gegeben – im Rahmen eines Abends, der bewusst mit den Konventionen traditioneller Preisverleihungen bricht, verspricht Wipfli.
„Unsere Mission ist es, Talente zu würdigen und die Uhrenbranche zu inspirieren. Großartige Uhren verdienen großartige Geschichten. Überraschen Sie uns. Inspirieren Sie uns. Treten Sie ins Rampenlicht.“ alexander-awards.com
Die früheste kommerzielle F.P. Journe Résonance kommt unter den Hammer
Im November versteigert Phillips in Zusammenarbeit mit Bacs & Russo eine der frühesten und bedeutendsten „Chronomètre à Résonance“ von F.P. Journe, die jemals auf einer Auktion angeboten wurden. Das 38 Millimeter große Platinmodell mit Roségold-Zifferblatt (Seriennummer 022/99R) stammt aus dem Jahr 1999 – ein Jahr vor der offiziellen Markteinführung im Jahr 2000.
Die „Chronomètre à Résonance“ war die erste Armbanduhr, die das Resonanzprinzip nutzte. François-Paul Journe übertrug dabei ein von Antide Janvier und später Abraham-Louis Breguet erforschtes Phänomen auf die Armbanduhr: Zwei eng nebeneinander schwingende Unruhen synchronisieren sich gegenseitig und verbessern so die Ganggenauigkeit.

Die besondere Bedeutung des versteigerten Exemplars liegt in seiner Seriennummer. Die Gravur „022/99R“ belegt, dass das Gehäuse bereits 1999 in Auftrag gegeben wurde. Da die Nummern 001 bis 020 den Unterstützern der „Souscription“-Edition des Tourbillon Souverain vorbehalten waren und Journe die Nummer 021 selbst behielt, gilt die 022 als die früheste kommerziell nummerierte „Chronomètre à Résonance“.
Nach 27 Jahren im Erstbesitz kommt die Uhr nun bei der Auktion „The Geneva Watch Auction: XXIV“ am 7. und 8. November in Genf unter den Hammer. Der Schätzwert liegt zwischen 500.000 und 1.000.000 Schweizer Franken. phillips.com






