Schweizer Uhrenexporte: Deutliche Verluste im April 2026

Deutlich später als üblich hat der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH die Exportzahlen für April 2026 bekanntgegeben. Die Nachrichten fallen wenig erfreulich aus.

Nachdem die Schweizer Uhrenindustrie das erste Quartal 2026 gemessen an den Exportzahlen mit einem leichten Plus von 1,4 Prozent auf 6,2 Milliarden CHF gegenüber dem Vorjahresquartal abgeschlossen hatte, verzeichneten die Schweizer Uhrenexporte im April einen deutlichen Rückgang.

Die wertmäßigen Exporte lagen 16,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Insgesamt beliefen sich die Ausfuhren auf 2,1 Milliarden CHF, was einem kumulierten Rückgang von 3,9 Prozent in den ersten vier Monaten des Jahres entspricht. Auch mengenmäßig ging es um zehn Prozent auf 1,2 Millionen Einheiten zurück.

Es ist anzunehmen, dass sich die exportierten Stückzahlen im unteren Preissegment im Mai aufgrund des weltweiten Launches der „Royal Pop“ von Audemars Piguet x Swatch deutlich erhöhen werden – ähnlich wie bei der „MoonSwatch“ im Jahr 2022. Aufgrund des niedrigen Exportpreises dürfte dies jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf den Gesamtwert der Ausfuhren haben.

Schweizer Uhrenexporte im April 2026

Der Wertverlust betraf nahezu alle Materialkategorien, insbesondere Uhren aus Edelmetallen (-24,3 %) und Stahlmodelle (-18,1 %). Einzig die Kategorie „Sonstige Metalle“ verzeichnete ein Wachstum (+10 %), das aufgrund ihres vergleichsweise geringen Umfangs jedoch nicht ausreichte, um den negativen Trend umzukehren.

Mengenmäßig wirkten sich Stahluhren (-10,6 %) am stärksten auf das Gesamtergebnis aus. Insgesamt gingen die Exporte im April um 129.000 Einheiten zurück.

Mit Ausnahme von Uhren mit einem Exportpreis zwischen 200 und 500 CHF (+7,7 %) verzeichneten alle Preiskategorien deutliche Rückgänge. Besonders betroffen waren Modelle mit einem Exportpreis von über 3.000 CHF, deren Exportwert gegenüber April 2025 um 19 Prozent sank.

USA brechen massiv ein

Erneut gab die Entwicklung in den USA den Ton an. Der Rückgang um 56,4 Prozent infolge eines ungünstigen Basiseffekts nach dem starken Exportanstieg im Vorjahr – ausgelöst durch die angekündigte Erhöhung der US-Zölle – belastete das Gesamtergebnis erheblich.

Langfristig betrachtet ist der US-Markt jedoch gegenüber April 2024 um 8,9 Prozent gewachsen, betont der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH.

Unter den wichtigsten Absatzmärkten verzeichnete Frankreich (+46,3 %) ein starkes Wachstum, das laut FH jedoch nicht den tatsächlichen Markttrend widerspiegelt. Es folgten Singapur (+17,3 %), China (+17,1 %) und Hongkong (+13,5 %), die von einem positiven Basiseffekt profitierten. Japan (-12,1 %), Großbritannien (-9,7 %), Deutschland (-6,4 %) und die Vereinigten Arabischen Emirate (-9,5 %) mussten hingegen deutliche Rückgänge hinnehmen.

fhs.swiss

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