Rolex Perpetual Padellone: eine neue Kalenderuhr mit Geschichte
Die neue Rolex Perpetual Padellone macht aus einem historischen Sammler-Spitznamen einen offiziellen Modellnamen – und verbindet Vollkalender, Mondphase und moderne Mechanik mit einer legendären Referenz aus der eigenen Vergangenheit.

„Padellone“ bezeichnete ursprünglich die Rolex-Referenz 8171, eine für damalige Verhältnisse außergewöhnlich große Kalenderuhr aus den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren. Ihre 38 Millimeter wirkten damals so imposant, dass italienische Sammler ihr den Spitznamen „Padellone“ gaben – sinngemäß „die große Pfanne“. Heute gehört diese Referenz zu den begehrtesten komplizierten Vintage-Rolex-Modellen.
Nun macht Rolex aus diesem Sammlernamen erstmals selbst einen Modellnamen. Die neue Perpetual Padellone greift die Idee des historischen Vorbilds auf, kopiert es jedoch nicht. Sie vereint Vollkalender und Mondphase mit einem völlig neuen Kaliber, moderner Mechanik und jener zurückhaltenden Eleganz, mit der Rolex seit 2023 seine Perpetual-Kollektion entwickelt.
Eine ungewöhnliche Seite der Rolex-Geschichte
Die ursprüngliche Referenz 8171 entstand zwischen 1949 und 1952 in vergleichsweise geringer Stückzahl. Sie wurde in Edelstahl sowie in verschiedenen Goldausführungen angeboten. Zusammen mit der Referenz 6062 gehörte sie zu den wenigen historischen Rolex-Armbanduhren, die einen vollständigen Kalender mit Mondphase kombinierten.
Die beiden Modelle unterschieden sich jedoch grundlegend in ihrer Konstruktion. Die 6062 war als Oyster mit verschraubtem Boden ausgeführt, während die 8171 einen gepressten Gehäuseboden besaß. Mit ihren 38 Millimetern war die Padellone für die damalige Zeit zudem bemerkenswert groß. Gerade diese Proportionen und die komplexe Anzeige aus Wochentag, Monat, Zeigerdatum und Mondphase begründeten später ihren besonderen Sammlerstatus.
Rolex greift diese Geschichte nun auf erstaunlich direkte Weise auf. Die neue Padellone übernimmt nicht nur den Namen, sondern auch wesentliche gestalterische Prinzipien: Wochentag und Monat erscheinen in zwei Fenstern unterhalb der Zwölf, das Datum verläuft über eine Skala am äußeren Zifferblattrand, und bei sechs Uhr öffnet sich die Mondphase.

Doch die Ähnlichkeit endet dort, wo die Technik beginnt.
Ein Kalender mit eigener Rolex-Logik
Die Perpetual Padellone verfügt über einen vollautomatischen Kalender mit Wochentag, Datum, Monat und Mondphase. Wochentag und Monat wechseln um Mitternacht gleichzeitig und augenblicklich.
Das Kalendersystem unterscheidet automatisch zwischen Monaten mit 30 und 31 Tagen. Nur beim Übergang vom Februar zum März ist einmal im Jahr eine Korrektur erforderlich. Damit verbindet Rolex die klassische Anordnung eines Vollkalenders mit dem Komfort eines Jahreskalenders.

Die verschiedenen Anzeigen lassen sich unabhängig voneinander einstellen. Mit den Einstellknöpfen an der Gehäuseseite lassen sich dabei der Kalender und die Mondphase einstellen.
Besonders reizvoll ist die Mondphasenanzeige. Auf einer vollständig sichtbaren, blau emaillierten Scheibe erscheinen Neumond und Vollmond nicht nur als einfache Symbole. Die Darstellung greift ein poetischeres Bild des Nachthimmels auf und erinnert bewusst an historische Mondphasenanzeigen.
Damit erreicht die Uhr einen Punkt, an dem Rolex ungewöhnlich emotional wird. Die Mechanik bleibt präzise und kontrolliert, doch die Anzeige erlaubt sich etwas, das bei dieser Marke selten so deutlich zum Vorschein kommt: Poesie.
Das Kaliber 7190
Im Inneren arbeitet das neue Automatikwerk Kaliber 7190. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des Kalibers 7135, das Rolex 2025 mit der Land-Dweller eingeführt hat.


Rolex Kaliber 7190
Das Uhrwerk arbeitet mit einer Frequenz von 5 Hertz und verfügt über technische Lösungen wie die Dynapulse-Hemmung und die Syloxi-Spirale. Für die Padellone wurde die Architektur um den neuen Kalendermechanismus und die Mondphase erweitert. Insgesamt ist das Uhrwerk durch 30 Patentanmeldungen geschützt, von denen zwei ausschließlich dieses Kaliber betreffen.
Eine zentrale Rolle spielt das neu entwickelte Haplos-System, das zwischen Monaten mit 30 und 31 Tagen unterscheidet. Ein zusätzlicher Mitnehmer und ein Jahreshebel übernehmen die entsprechende Kalendersteuerung.
Wie bereits bei der Perpetual 1908 bleibt das Uhrwerk durch einen transparenten Gehäuseboden sichtbar. Das ist in der modernen Rolex-Welt nach wie vor bemerkenswert: Die Mechanik wird nicht verborgen, sondern ausdrücklich zum Teil des Designs gemacht.
39 Millimeter und klassische Proportionen
Auch die Größe spiegelt das historische Vorbild wider. Die neue Padellone misst 39 Millimeter – nur einen Millimeter mehr als das historische Vorbild 8171. Damit bleibt Rolex erstaunlich nah an deren Proportionen, obwohl sich die Wahrnehmung von Uhrengrößen seit den 1950er-Jahren grundlegend verändert hat.
Das Gehäuse ist entweder in 18 Karat Everose-Gold oder Platin 950 erhältlich. Die geriffelte Lünette greift ein klassisches Rolex-Motiv auf, wirkt hier jedoch feiner und fügt sich harmonischer in die elegante Linie der Perpetual-Kollektion ein.



Rolex Perpetual Padellone aus Everose-Gold mit Settimo-Armband, aus Platin mit Lederarmband und aus Everose-Gold mit Lederarmband
Auch beim Zifferblatt zeigt sich dieselbe Zurückhaltung. Die Everose-Modelle verfügen über ein helles, mattiertes Zifferblatt, während die Platinversion das für Rolex charakteristische Eisblau aufweist. Die Kombination aus arabischen Ziffern, facettierten Indizes, einer äußeren Datumsskala und einer tiefblauen Mondphase sorgt für eine ungewöhnlich klassische Rolex-Ästhetik.
Das Settimo-Armband kehrt zurück
Besonders geschlossen wirkt die Everose-Version mit dem Settimo-Armband. Rolex führte dieses siebenreihige Goldarmband im Jahr 2025 für die Perpetual 1908 ein. Seine sehr kleinen Glieder erinnern bewusst an elegante Armbänder historischer Dresswatches und verbinden Schmuckcharakter mit hoher Beweglichkeit.
Bei der Padellone ist die Settimo nun in Everose-Gold erhältlich. Daneben werden Modelle mit Alligatorlederarmband angeboten – in Schwarz zur Platinversion und in Braun zur Everose-Ausführung.
Gerade am Metallarmband wird deutlich, in welche Richtung Rolex mit der Perpetual-Kollektion gehen will. Dabei geht es weniger um Sportlichkeit und Robustheit als vielmehr um eine eigenständige Form moderner klassischer Uhrmacherkunst.

Als Rolex 2023 die Perpetual 1908 vorstellte, eröffnete die Marke eine neue Linie abseits der bekannten Oyster-Welt. Klassische Proportionen, Edelmetallgehäuse, sichtbare Uhrwerke und eine zurückhaltende Formensprache sollten die Uhrmachertradition neu interpretieren. 2025 kam das Settimo-Armband hinzu. Nun wird die Padellone zum zweiten Modell dieser Kollektion.
Und damit ändert sich deren Bedeutung.
Die Perpetual-Kollektion umfasst nicht mehr nur eine elegante Dreizeigeruhr. Mit Vollkalender, Mondphase und einem eigenen neuen Uhrwerk betritt Rolex ein Terrain, das die Marke in ihrer modernen Geschichte nur selten so deutlich besetzt hat.
Die historische Referenz 8171 liefert dafür nicht einfach nur ein Design. Sie liefert einen Teil der eigenen uhrmacherischen Vergangenheit, der lange Zeit vor allem unter Sammlern lebendig geblieben ist.
Vielleicht ist der Name gerade deshalb so gut gewählt: Rolex hätte dieser Uhr eine neue Bezeichnung geben können. Stattdessen nennt die Manufaktur sie „Padellone“.
Aus einem Spitznamen wird ein offizieller Name. Und aus einer Vintage-Legende ein neues Kapitel in der Geschichte der Rolex-Uhrmacherkunst.






